Surrealismus und seine Hauptvertreter

Von am 11-14-2012 in Kunst

Surrealismus und seine Hauptvertreter

Er ist eine der faszinierendsten Kunstströmungen überhaupt: Der Surrealismus. In den zwanziger Jahren in Frankreich begründet, hatte er in der Malerei und der Literatur seine wichtigsten Medien. Ins Zentrum der surrealistischen Werke rückte Fantastisches, Traumbilder, Absurditäten. Der französische Autor André Breton und der Maler, Grafiker und Bildhauer Max Ernst beeinflussten die Bildung dieser Kunstrichtung entscheidend.
Wer kennt nicht die dahinfließenden Uhren von Salvador Dalí, das wohl bekannteste surrealistische Bild „Die zerrinnende Zeit“? Aber was ist eigentlich Surrealismus? Das Wort selbst bedeutet „über der Realität“. Träume und Unterbewusstes, im Rausch Empfundenes künstlerisch widerzugeben, das war das Ziel der Surrealisten, als deren Gründer der französische Schriftsteller André Breton (1896 bis 1966) und der aus Deutschland stammende Bildhauer Max Ernst (1891 bis 1976) gelten. Die neue Kunstrichtung knüpfte an den Dadaismus an, eine künstlerische Protestbewegung gegen das Bürgertum und seinen Nationalismus. Der Surrealismus aber wollte über den bloßen Protest hinausgehen, eine von gesellschaftlichen Zwängen befreite, revolutionäre Kunst verwirklichen. Er bildete eine Provokation, wollte schockieren. Typisch für surrealistische Malerei sind klar voneinander abzugrenzende Linien, Formen und Farben sowie eine präzise Ausführung. Die Motive aber sind in ihrer Kombination oft befremdlich oder auch verfremdet dargestellt.

Ausgangspunkt Paris
In Paris, in den Künstlerkreisen um Breton, bildete sich eine Gruppe von Surrealisten. Einfluss auf Breton hatte auch die von Sigmund Freud geschaffene Psychoanalyse, die von einer großen Macht des Unterbewussten auf den Menschen ausgeht. Der Schriftsteller gab 1924 sein „Erstes surrealistisches Manifest“ heraus, das die neue Kunstszene beeinflusste. André Breton schuf eine neue Art des Schreiben, das „automatische Schreiben“. Es ging dabei darum, spontane Gedanken zu notieren ohne nachzudenken, ohne eine Auswahl zu treffen und das Geschriebene zu beurteilen. Bekannte Werke von Breton sind „L’Amour Fou“ und „Nadja“ sowie seine theoretischen Abhandlungen über den Surrealismus. Die Maler Salvador Dalí, René Magritte, Joan Miró, der Dichter Paul Éluard, der Filmemacher Luis Buñuel und der Bildhauer Max Ernst waren neben Breton die wichtigsten Vertreter des Surrealismus.

Dalí und die Welt der Träume
Salvador Dalí (1904 bis 1989) ließ in seinen Gemälden wie kein anderer die Welt der Träume auferstehen. Seine surrealistische Schaffensperiode endete 1940. Von da an experimentierte er mit anderen Strömungen und Techniken. Auch René Magritte (1898 bis 1976) gehört zu den bekanntesten Surrealisten. Der Belgier schuf beispielsweise das berühmte Bild „Le fils de l’homme“, das einen Herrn mit Hut und schwarzem Mantel zeigt, dessen Gesicht von einem giftgrünen Apfel verdeckt ist. Joan Miró (1893 bis 1983) war einer der Hauptvertreter des Surrealismus, dessen Werke sich durch eine völlig individuelle Symbolsprache auszeichneten. Gemälde von Miró sind dank verschiedener wiederkehrender Elemente auf den ersten Blick diesem Künstler zuzuordnen. Trotzdem sind die Bilder aus seiner surrealistischen Phase alles andere als gleichförmig und langweilig.

Paul Éluard (1895 bis 1952), einer der Poeten unter den Anhängern des Surrealismus, sah die Dichter und Schriftsteller als „Gewissen der Gesellschaft“. Ihre Aufgabe sei es, gegen die unterdrückenden Konventionen und Zwänge zu revoltieren. Einer der größten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts, Luis Buñuel (1900 bis 1983), ist ebenfalls dem Surrealismus zuzurechnen. Bereits sein erster Film, „Ein andulusischer Hund“, wurde ein großer Erfolg. An dem Drehbuch für den Streifen hatte übrigens auch Buñuels Freund Salvador Dalí mitgeschrieben.

Max Ernst (1891-1976) war einer der wenigen deutschen Vertreter des Surrealismus und einer seiner wichtigen Impulsgeber. In den zwanziger Jahren lebte er zeitweise in Paris, wo er sich dem Zirkel um Breton anschloss. Ein bekanntes Gemälde von ihm zeigt eine verzweifelte Jungfrau Maria, die dem Jesuskind den Hintern versohlt, wobei der Maler selbst, Breton und Èluard das Geschehen durch ein Fenster verfolgen. In dieser Zeit widmete er sich vor allem der Malerei, die Beschäftigung mit Skulpturen folgte erst Mitte der dreißiger Jahre. In den vierziger Jahren lebte er im amerikanischen Exil und begründete dort eine eigene surrealistische Kunstströmung.