Tipps und Tricks zur Schwarz-Weiß-Fotografie

Von am 12-14-2012 in Kunst

Tipps und Tricks zur Schwarz-Weiß-Fotografie

Fotografieren kann heute in der digitalen Zeit jeder. Dabei haben viele die Zeit der analogen Schwarz-Weiß-Fotos vergessen. Die Schwarz-Weiß-Fotografie hat allerdings nie ihren Charme verloren und wird auch mit heutigen digitalen Mitteln sehr gern für charakteristische Motive genutzt. Die digitalen Mittel und Werkzeuge, um Schwarz-Weiß-Bilder zu erstellen, sind sehr vielseitig und unterschiedlich.

Wenn sie selbst einmal Fotos in Schwarz-Weiß machen wollen, sollten sie sich zunächst über die verschiedenen Techniken informieren, mit denen sie ihr Bild in ein Kunstwerk ohne Farbe verwandeln können.
Die einfachste Variante, um Fotos schwarz-weiß zu bekommen, ist die Einstellung direkt an der Kamera. Viele Digitalkameras, angefangen bei kleinen Handy-Kameras über kompakte Consumer-Geräte bis hin zur digitalen Spiegelreflexkamera, haben meist irgendwo im Menü eine Option für Schwarz-Weiß-Fotos versteckt. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung ihrer Kamera sollte Abhilfe verschaffen. Nachdem Sie die Einstellung vorgenommen haben, können Sie frei drauf los fotografieren. Das ist die einfachste und schnellste Variante, um ein Schwarz-Weiß-Foto zu erzeugen. Allerdings werden Sie schnell feststellen, dass die Ergebnisse nicht wirklich nach einem Kunstwerk aussehen, sondern eher nach einem matschigen und kontrastlosen Foto. Das liegt daran, dass die Kamera die Farbinformationen schnell und einfach in ein Graustufenbild umwandelt, ohne dabei auf die Qualität zu achten.
Ein weiterer Nachteil ist, dass man die Schwarz-Weiß-Fotos nachträglich nicht mehr in ein Farbbild umwandeln kann. Deshalb sollten Sie ihre Fotos lieber in Farbe fotografieren und nachträglich umwandeln. Dazu sollten Sie sich eine passende Software zur Nachbearbeitung ihrer Fotos besorgen. Diese gibt es im Internet zum Teil sogar kostenlos zum Download. Andernfalls können Sie sich auch gängige Bildbearbeitungssoftware kaufen. Das Programm sollte aber zumindest einige wichtige Funktionen anbieten. Dazu zählen zum Beispiel Regler für die Helligkeit und den Kontrast oder auch die Tonwertkorrektur. Mit diesen Werkzeugen können Sie ihr Foto nach dem Entfernen der Farbinformationen optimieren. Sie haben dadurch viel mehr Spielraum und Einfluss auf das Ergebnis. Während die Einstellungen Helligkeit und Kontrast verständlich sind, klingt Tonwertkorrektur eher komplizierter. Dabei ist dieses Werkzeug fast noch einfacher zu bedienen, da man bei diesem Helligkeit und Kontrast gleichzeitig bearbeitet. Meist wird der Tonwert eines Bildes in einem Diagramm angezeigt. In diesem kann man mit drei Reglern den Punkt für den dunkelsten, für den hellsten und für einen mittleren Punkt im Bild verschieben und anpassen.
Falls sie allerdings professionellere Ergebnisse erzielen wollen, kommen sie am Kauf einer digitalen Spiegel-Reflex-Kamera nicht vorbei. Diese werden mittlerweile schon für wenig Geld angeboten. Wichtig für die Schwarz-Weiß-Fotografie ist, dass die Kamera im Raw-Format fotografieren kann. Dies ist ein Rohdatenformat und wird auch als „digitales Negativ“ bezeichnet. Es wird nach der Digitalisierung in der Kamera direkt und ohne Bearbeitung auf das Speichermedium geschrieben. Der Vorteil liegt darin, dass in einer Raw-Datei mehr Bildinformationen gespeichert sind, als es bei einer herkömmlichen JPEG-Datei, die die meisten Consumer-Kameras erzeugen können. Bei der Nachbearbeitung einer Raw-Datei können verschiedene Optionen nachträglich vorgenommen werden, wie zum Beispiel das Einstellen des Weißabgleichs, oder die Belichtungskorrektur. Für die Schwarz-Weiß-Fotografie sind diese nachträglichen Einstellungsmöglichkeiten sehr vorteilhaft, da sie viel mehr auf die Gestaltung ihres Bildes und die Hervorhebungen der Elemente im Bild eingehen können. Bei dieser Arbeitsweise haben sie den größten künstlerischen Einfluss, allerdings benötigen sie für eine solche Bearbeitung viel Zeit und Erfahrung.
Neben der reinen Schwarz-Weiß-Bearbeitung gibt es verschiedene Effekte, die das Bild mit einigen Farbinformationen veredeln. Dazu zählt zum Beispiel der Sepia-Effekt. Dieser Effekt gibt dem Bild nach der Schwarz-Weiß-Bearbeitung einen einheitlichen Farbstich, der es entweder bläulich, kalt und modern, oder eher bräunlich, warm und alt wirken lässt. Dies ist ebenfalls sehr einfach mit einem Bildbearbeitungsprogramm umsetzbar.
Schwieriger ist der Effekt umsetzbar, bei dem nur ein einzelner Ausschnitt im Bild mit Farbe versehen bleibt und alles Drumherum schwarz-weiß gemacht wird. Dazu müssen sie mit verschiedenen Auswahlwerkzeugen die Elemente umranden, die die Farbe behalten sollen. Danach wird die Auswahl umgekehrt. Sie haben nun alles ausgewählt, was nicht zum farbigen Ausschnitt gehört. Nun können sie mit der Schwarz-Weiß-Bearbeitung wie gewohnt fortfahren. Dieser Effekt wird häufig für Motive mit klaren und eindeutigen Farben verwendet, wie zum Beispiel gelben Taxis oder roten Telefonzellen.
Die Möglichkeiten der Nachbearbeitung am Computer sind grenzenlos und sollten sie zum Herumspielen und Ausprobieren ermutigen. Allerdings sollten sie nicht vergessen, dass das Motiv eines Fotos der wichtigste Bestandteil ist. Fangen sie lieber mit einfacheren Mitteln an. Wichtig ist, dass sie Spaß beim Einfangen von interessanten Motiven haben. Wenn sie sich dann sicher fühlen, versuchen sie sich an neuen Techniken, spielen sie mit den Werkzeugen der Nachbearbeitungssoftware herum und lassen sie ihre Schwarz-Weiß-Fotos zu Kunstwerken werden.