Was ist bei der Portraitfotografie zu beachten?

Von am 1-15-2013 in Kunst

Was ist bei der Portraitfotografie zu beachten?

Porträtfotografie ist einer der interessantesten Bereiche der Fotografie überhaupt. Jeder Mensch für sich ist schließlich einzigartig und bietet ein großes Spektrum an Mimik, Gestik und Ausdrucksfähigkeit. Das Wesen einer Persönlichkeit mit der Kamera einzufangen, ist meist das Ziel einer Porträtaufnahme – oder auch eine gelungene Inszenierung einer Person.
Fotografie ist ein Spiel mit dem Licht, das gilt natürlich auch für die Portraitfotografie. Ideal zum Fotografieren von Gesichtern ist weiches Licht. Machen Sie erste Versuche mit Portraits am besten im Freien, nicht bei Sonnenschein, sondern bei bedecktem Himmel. Wichtig ist zudem die Wahl der Umgebung: Ein unruhiger Hintergrund lenkt zu sehr ab von der Person, dem eigentlichen Motiv. Wenn das Fotomodell vor einem Strauch abgelichtet wird, kann es leicht passieren, dass ihm Zweige scheinbar aus dem Ohr wachsen. Die portraitierte Person sollte also besser Abstand zum Hintergrund haben. Platzieren Sie Ihr Modell nicht neben einem Abfalleimer, einem Hydranten oder einer Steckdose. Ein Teleobjektiv mit einer längeren Brennweite oder die Teleeinstellung bei einer Kompaktkamera bildet den Hintergrund unscharf ab, das Fotomodell rückt dadurch eindeutig in den Vordergrund. Eine Weitwinkelstellung des Objektivs dagegen bildet die Gesichtszüge leicht verzerrt ab. Außerdem muss der Fotograf bei Verwendung der Teleeinstellung dem Portraitierten nicht zu nahe auf die Pelle rücken, was dessen Anspannung mildert.

Für ein entspanntes „Fotoshooting“ sorgen
Ob ein Fotoportrait gelungen erscheint oder nicht, hängt viel davon ab, wie entspannt die abgebildete Person ist. Auch wenn Sie lediglich ein Kopf- oder Brustbild machen wollen, lassen Sie das Modell eine lockere Haltung einnehmen, mit verschränkten Armen oder den Händen in den Hosentaschen oder geben Sie ihm eine bequeme Sitzgelegenheit, lassen Sie es sich anlehnen, an einem Baumstamm oder einem Geländer. Sprechen Sie mit ihrem Fotomodell, lenken Sie es von der Kamera ab, umso natürlicher wirken die Aufnahmen.

Perspektive und Bildausschnitt wählen
Der Unterschied zwischen einem Portrait und einem Schnappschuss liegt in einer überlegten Bildgestaltung. Achten Sie neben einem Hintergrund ohne störende Objekte und schreiende Farben auch auf die Perspektive. Möglichst nie von unten herauf fotografieren, sondern lieber auf Augenhöhe oder aus einer leicht erhöhten Position. Der Bildausschnitt sollte ebenfalls bewusst gewählt werden. Ausdrucksvolle Gesichter können auch gut in einem sehr engen Ausschnitt abgebildet werden, der nicht den ganzen Kopf widergibt, sondern nur die Gesichtspartie.

Fotografieren mit Blitz
Portraits in geschlossenen Räumen sind für Anfänger schwieriger zu meistern. Da die häufig verwendeten Kompaktkameras und die bequemen Zoomobjektive lichtschwach sind, ist dazu fast immer eine Blitzaufhellung nötig, die das Gesicht allzu grell ausleuchtet. Verwendet werden sollte nur ein leichter Aufhellblitz. Eine Blitzaufnahme hat zudem den Nachteil, dass es dabei zu Schattenwurf kommt, vor allem wenn Sie die Kamera hochkant nehmen. Also lieber Queraufnahmen machen und später den Bildausschnitt korrigieren! Stellen Sie zudem Ihr Portraitmodell in ausreichendem Abstand zur Wand auf. Nutzen Sie das vorhandene Licht möglichst aus, platzieren Sie die Person also neben einem Fenster, schalten Sie alle vorhandenen Lichtquellen ein.

Kinder portraitieren
Wenn Kinder an die Kamera gewöhnt sind, lassen sie sich davon weniger ablenken. Temperamentvolle Kids sind schwierig zu portraitieren, da bietet es sich eher an, zum Fotoapparat zu greifen, wenn sie in ein ruhiges Spiel mit einem Baukasten oder Puzzle vertieft sind. Unbedingt beim Fotografieren auf Augenhöhe gehen, möglichst nah herangehen oder die Telefunktion der Kamera benutzen!

Die Herausforderung Gruppenportrait
Eine Gruppenaufnahme stellt den Fotografen vor andere Herausforderungen als ein Einzelporträt. Vor allem muss eine Gruppe richtig aufgestellt werden. Die meisten Menschen neigen dazu, dabei zu viel Abstand vom Anderen zu wahren. Lassen Sie die Leute nah zusammenrücken. Kleinere Gruppen müssen nicht „in Reihe und Glied“ aufgestellt werden, sondern können locker gruppiert werden: etwa einer rittlings auf einem Stuhl sitzend, ein Kind zu seinen Füßen, drei Personen hinter dem Stuhl stehend. Platzieren Sie die Gruppe so, dass ein harmonisches Ganzes entsteht.

Nachbearbeitung am Computer
Die digitale Nachbearbeitung am PC kann nicht alle Fehler einer Aufnahme korrigieren, aber das Beste aus dem Vorhandenen herausholen. Mit einem handelsüblichen Bildbearbeitungsprogramm lassen sich kleine Korrekturen vornehmen, ein Foto kann leicht aufgehellt werden, der Bildausschnitt lässt sich optimieren, kleine Schönheitsfehler des Portraitierten wie Hautunreinheiten können „wegradiert“ werden.