Was versteht man unter Street-Art?

Von am 11-30-2012 in Kunst

Was versteht man unter Street-Art?

Denkt man an Street-Art, so werden die meisten Menschen zuerst an Graffiti denken. Dies ist jedoch nur eine ihrer zahlreichen Facetten. So ist Street-Art eher ein Sammelbegriff für zahlreiche, verschiedene Kunstformen, die als Ort ihrer Präsentation die Straße gewählt haben.

Im Deutschen gibt es für den Begriff „Street-Art“ nur den Begriff Straßenkunst. Dieser deutsche Begriff beinhaltet viele unterschiedliche Aktivitäten, die man auf der Straße ausüben kann. Unter Straßenkunst versteht man Aktivitäten, wie zum Beispiel Pflastermalereien, Straßenmusik und Wandmalereien, auch Graffiti. Die Street-Art ist keine Erfindung der Neuzeit, denn schon das Mittelalter kannte Straßenkunst. Bekannteste Künstler waren die Gaukler, die Stelzenläufer, Akrobaten und Zauberkünstler und in gewisser Weise auch die Minnesänger. Heutzutage hat sich zwar die Art und Weise der Street-Art modernisiert, aber der Grundgedanke ist derselbe geblieben, den Leuten und sich Freude zu machen, sich in der Kunst auszudrücken und Illusionen hervorzurufen.

Spricht man heutzutage von Straßenkünstlern, dann fallen uns meist die Graffitikünstler ein. Viele Menschen sind auf Graffiti nicht gut zu sprechen, da man sich oftmals an beschmierte Wände erinnert fühlt, die manchen Hausbesitzer zur Weißglut getrieben haben. Es wird aber niemand etwas gegen Graffiti haben, wenn es ansprechend und kunstvoll ausgeführt wird. Triste Häuserwände können so kunstvoll gestaltet werden und viele Gemeinden und Kommunen vergeben sogar an die Straßenkünstler Aufträge. In vielen großen Städten hat sich die Straßenkunst verselbstständigt, denn die Straßenkünstler haben nicht nur die Wände von Gebäuden und anderen Bauwerken gestaltet, sie bemalen und bekleben eigentlich jeden Untergrund, der sich ihnen bietet. Da sie mit verschiedenen Medien arbeiten, wie mit Sprühdosen, Malerrollen, Marker oder Pinsel, werden auch Verkehrsschilder, Stromkästen, Telefonzellen und sogar Bäume farblich gestaltet.

Wenn man aber nur von Straßenmalereien als Street-Art ausgehen würde, dann wäre dieses anderen Straßenkünstlern gegenüber nicht gerecht. Bei Straßenfesten sind es vor allem auch die Straßenkünstler, die ihre Kunst einbringen und zum Beispiel mit der Pflastermalerei den Kindern die größte Freude machen. Sie malen zusammen mit den Kindern ihre Welt auf das Straßenpflaster, dazu gehören große bunte Sommerblumen, Wolken und die Sonne. Tiere und alle Gegenstände, die die Kinder lieben, werden dann in allen Formen und Farben auf den Straßen verewigt.

In den Großstädten und Touristenhochburgen findet der Besucher eine andere Street-Art, die von immer mehr Künstlern nachgestellt werden. Gemeint sind die Straßenkünstler, die sich in Fußgängerzonen als Skulpturen aufstellen und den echten Skulpturen täuschend echt sehen. Damit zeigen sie auch eine Kunst, denn sie stehen wie versteinert und überzeugen mit einer sehr großen Körperbeherrschung. Das Publikum liebt diese Künstler, da auch sie mit ihren Darstellungen Illusionen bei dem Betrachter auslösen.

Wie empfinden die Menschen die Musik der Straßenmusikanten? Oftmals sind diese Musiker nicht nur der Kunst verpflichtet, sie gebrauchen ihre Kunst auch als Haupteinnahmequelle für den eigenen Lebensunterhalt. Neben eventuellen Gagen ist das sogenannte Hutgeld der Verdienst dieser Künstler. Ob man sie in Gruppen auftreten sieht oder als „Ein-Mann-Kapelle“, sie begeistern mit ihren Liedern die Menschen. Sie bieten den Zuschauern so manche unterhaltsame Show, sodass am Ende der Show das Hutgeld auch meist etwas besser ausfällt. Und viele dieser Straßenkünstler sind aus dem Großstadtleben nicht mehr wegzudenken, sie sind teilweise schon ein fester Bestandteil des Großstadtalltags.

Wenn man an Street-Art denkt, dann sollte man auch an die anderen Straßenkünstler denken, die mit einem Straßentheater die Menschen erfreuen. Oder Jongleure, die unglaubliche Leistungen vollbringen, Zauberkünstler, die die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern, Pantomimen, Artisten und die Stelzenläufer, sie alle geben dem Begriff Street-Art seinen Inbegriff von Kunst.

Allerdings sollte man auch bedenken, dass es wiederum Menschen gibt, die sich mit Street-Art nicht identifizieren können oder wollen. Sie betrachten das Arbeiten und Wirken der Straßenkünstler oftmals sehr geringschätzig und vergessen dabei, dass es sich hier um eine bestimmte Art der Kunst handelt, die keine großen Hallen oder Manegen braucht, um die Menschen zu berühren und die keine großen Ansagen braucht, um die Menschen zu erreichen, die sich mit dieser Kunstrichtung identifizieren können. Street-Art hat auch in unserer Zeit einen festen Platz in der Gesellschaft. Dabei kommt es nicht darauf an, in welchem Land sich Street-Art etabliert hat, denn Street-Art findet man weltweit.

Wer sich davon überzeugen möchte, der sollte sich zum Beispiel über die großen Straßenkünstlerfestivals informieren. Hier kann man erfahren, dass diese Art der Kunst von sehr vielen Prominenten unterstützt wird und so mancher Straßenkünstler hat auch einen großen Namen, wie beispielsweise der Superbuffo im Bereich Comedy, der Bernd Witthüser für Musik oder Marco Assmann, der für seine Straßenzauberei sehr bekannt geworden ist.
Diese großen Künstler, aber auch viele Künstler, die noch nicht so bekannt sind, kann man auf den Straßenkünstlerfestivals in ganz Europa begrüßen. Bekannteste Feste sind zum Beispiel die La Strada in Bremen, die verschiedenen Gauklerfeste, die man in Koblenz und Feldkirch erleben kann, aber auch in Berlin. Weitere bekannte und traditionelle Festspiele finden in Ascona statt, die Artisti di Strada, im Covent Garden in London oder in Barcelona.

Damit wird klar, dass die Straßenkunst auch weiterhin einen festen Bestandteil in unserem Leben haben wird, denn für viele dieser Künstler ist der Spaß an der Freude die Triebkraft, die sie vorantreibt und die uns, den Zuschauern, heute und auch morgen den gleichen Spaß machen wird.